9. Kirche und Kirchplatz
Mit ihrer eindrucksvollen Ausstattung ist die Pfarrkirche St. Michael auf jeden Fall einen Besuch wert.
Die romanische Vorgängerkirche wurde von 1751 bis 1758 unter Pfarrer Michael Pockhes durch einen Neubau im Stil des Rokoko ersetzt. Die Deckenmalereien und das Altarbild stammen vom Kallmünzer Maler Matthias Zintl, der im Haus nebenan wohnte. Das Deckengemälde zeigt den dramatischen Höllensturz der bösen Engel, von Erzengel Michael angeführt.
Das Altarbild stellt den Patron der Kirche St. Michael dar, der den Drachen tötet.
Einheimische Forscher wollten den Nachweis erbringen, dass das Gemälde von Peter Paul Rubens stammt. Das konnte bisher aber nicht belegt werden. Sicher ist nur, dass der bekannteste Künstler des Barock ähnliche Motive gemalt hat.
Das Kriegerdenkmal am Kirchenvorplatz steht an der Stelle des ehemaligen Mesner-Hauses. Es wurde 1924 nach Plänen des Malers Albert Reich (1881 - 1942) gebaut. Erst nach und nach wurde seine unrühmliche Vergangenheit im Nationalsozialismus auch in Kallmünz bekannt. Seit kurzem verzichtet das Mitteilungsblatt der Gemeinde deshalb auf die Wiedergabe seiner Zeichnungen. „Albert Reich hat wegen seiner maßgeblichen Mittäterschaft im Dritten Reich weder Würdigung noch ehrendes Andenken verdient.“ Mittelbayerische Zeitung 12.11.2010

Rupert Preißl, Blick auf den Marktplatz, ca. 1970, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm
"Kallmünz - eine Offenbarung, ein Paradies für Maler. Dieser Ort hat uns herausgefordert, dieses Nebeneinander von Schönheit und Wahrheit". Rupert Preißl (1925 - 2003) hat sich immer wieder begeistert über Kallmünz geäußert.
Seine Ausbildung als Künstler machte Rupert Preißl bei den „Kallmünz Fans“ Prof. Hermann Gradl in Nürnberg und Prof. Constantin Gerhardinger, mit dem er immer wieder in Kallmünz war. Hier traf er auch den eher konventionellen Landschafts- und Tiermaler Erik Mailick, der ihn mit technischen Knowhow unterstützte. Die ersten Kallmünzbilder von Preißl sind entsprechend noch sehr naturnah, realistisch, auch ein wenig romantisch überhöht.
Besonders verdient gemacht um Kallmünz hat sich Preißl, als er zur 1000 Jahrfeier des Ortes eine Kunstausstellung organisierte. Viele Mitglieder des BBK Niederbayern/ Oberpflalz beteiligten daran. In seiner Einführung schreibt Preißl: „…(alle) haben sich begeistern lassen von der einmaligen Atmosphäre des Ortes, die den schöpferischen Elan entfachte und steigerte, so dass acht Jahrzehnte hindurch bildnerische Formulierungen von zum Teil hervorragender Ausstrahlung entstehen konnten.“
Rupert Preissl zeigt vom Kirchplatz einen Blick auf das Alte Rathaus und den Marktplatz, ebenso wie Josef Georg Miller.

Josef Georg Miller, Marktplatz, Tempera, 51 x 70,5 cm
Die Künstler malen Kallmünz nicht nur, sie nehmen auch aktiv am Ortleben teil. Palmié wohnte im Sommer 1901 in dem Gebäude der früheren Apotheke am Kirchplatz. Zum 50-jährigen (goldenen) Priesterjubiläum von Prälat Siegmund Dietz, dem Gründer des Kinder- und Altenheimes, organisierte er den Schmuck des Kirchplatzes. Eine Zeichnung "Kloster in Kallmünz" von Charles Palmié zeigt das Gebäude und ein Gedicht seiner Studentin Else Boyens würdigten den hoch vereehrten Priester in der Regensburger Zeitung.
Ein paar Schritte und wir stehen am

