Blick von Südwesten / Weizenberg
Karl Walther, Blick auf Kallmünz und das Naab, 1935, Öl auf Leinwand, 81 x 100 cm
Als König Ludwig I. von Bayern einen Standort für die Befreiungshalle suchte, hat er auch den Weizenberg in Erwägung gezogen. Sein Zeichner Quaglio Domenico war deshalb in Kallmünz und fertigte Zeichnungen des Ortes an. Auch für den Ludwig-Donau-Main Kanal gab es Planungen ihn über Amberg durchs Vilstal an Kallmünz vorbei zu führen. Ludwig I. ließ ihn schließlich von 1836 bis 1846 durchs Altmühltal bauen.
Der Weizenberg ist heute bewaldet, so dass keine Aussicht auf Kallmünz mehr möglich ist. Früher hatte man von dort oben einen Blick auf Kallmünz und seine Burgruine.
H. Schilbach, Kallmünz vom Weizenberg, Öl auf Leinwand, ca 35 x 45 cm
Über Heinrich Schilbach sind keine biographischen Hinweise bekannt. Einige Gemälde von ihm mit Motiven aus Kallmünz sind bekannt. Diese Ansicht zeigt Kallmünz mit Burgruine, Altstadt und Naabschleife in klarer, realistischer Komposition. Schilbach verbindet topografische Genauigkeit mit einer lichtdurchfluteten, heimatlich-romantisierenden Stimmung, wie sie für die Landschaftsmalerei der Nachkriegszeit typisch ist. Das Werk steht exemplarisch für jene regionale Maltradition, die zwischen dokumentarischer Darstellung und romantischer Verklärung vermittelt.

Alois Knauer, Kallmünz, Aquarell, Maße unbekannt
Alois Knauer (1889 - 1966), der Autor der Ortsgeschichte von Kallmünz, hat diese Ansicht gemalt.
Der kleine Hügel auf dem Schlossberg in der Bildmitte ist der völlig freistehende Ungarnwall. Das Bild hat ein Leser aus Ungarn zur Verfügung gestellt.
Über Alois Knauer lesen wir am 26.Februar 1902 in der Allgemeinen Zeitung: "Zum Schluss habe ich auf ein zeichnendes Wunderkind aufmerksam zu machen., das an einem bescheidenen Eckplätzchen des Seitenlichtsaales mit acht Zeichnungen nach der Natur vor die Öffentlichkeit tritt. "Alois Knauer in Kallmünz (11 Jahre alt)", steht unter den Blättern. Obgleich ich im allgemeinen derartigen Naturwundern die Fassung nicht zu verlieren pflege, muss doch gesagt werden, daß ... diese Zeichnungen eine Menge Talent in sich schließen. Wie die Entwicklung aber verläuft, ist schwer vorauszusagen."
Wir wissen heute, dass Alois Knauer Volksschullehrer in Kallmünz wurde und nicht nur mit seiner Ortsgeschichte den Ehrenbürgertitel der Gemeinde verdient hat.

Hermann Buschmann, Kallmünz, Aquarell, Maße unbekannt
Häufigstes Reisemittel um 1900 waren Postkutschen, die regelmäßig nach Kallmünz verkehrten. Charles Palmié reiste 1901 mit der Kutsche nach Kallmünz.Vom Bahnhof Beratzhausen konnte man zu Fuß oder mit der Postkutsche über den Dinauer Berg nach Kallmünz kommen..
Über alte Dinauerstraße führt der Weg ins Tal.
Foto: Bergverein Kallmünz, Getreideernte der Familie Weigert, ca. 1950
Die Familie Felix Weigert posiert hier auf dem Feld auf der westlichen Vilsseite bei der Getreideernte. Im Hintergrund der Aufgang zur Burg von der Vilsgasse aus. Die Mähmaschine ist ein Beispiel für den geschichtlichen Übergang zwischen landwirtschaftlicher Handarbeit und komplett maschinengesteuerter Ernte: Durch die Verwendung des Gerätes, ein Selbstableger, wurde nur noch eine Person für das Mähen großer Flächen benötigt, die Ernte wurde somit um ein Vielfaches vereinfacht und beschleunigt. Trotzdem waren anschließend weitere manuelle Schritte nötig, um das Getreide zu Korn und Stroh weiterzuverarbeiten. Gezogen wurde die Maschine von zwei Pferden (andere Bauern hatten nur Ochsen dafür zur Verfügung) und alle mechanischen Teile wurden über die schweren Eisenräder angetrieben. Für die Getreideernte ist der rotierende hölzerne Ableger besonders hilfreich: Er zerteilt das durch den Mähbalken geschnittene Getreide in gleichmäßige Haufen und legt diese hinter der Maschine auf dem Acker ab. Dies erleichtert den nächsten Arbeitsschritt: das Bündeln der geschnittenen Halme zu Garben, die dann zum Trocknen in Getreidemandeln aufgestellt wurden. Im Winter hatte man dann Zeit das getrocknete Korn aus den Ähren zu dreschen.
Das Stroh wurde as Streu aber auch als Futter für die Stalltiere verwendet.
Wir gehen weiter zur 3. Roten Amsel, wo uns vom Fenster aus schon Gabriele Münter entgegenblickt. Kandinsky hat Augen nur für sie.

