23. Schiffsanlegestelle
Bergverein Kallmünz, Weg nach Krachenhausen, Postkarte 1903In dem Häuschen am Ufer wurden die Fahrkarten für das Motorboot verkauft. Von 1900 bis 1904 verkehrte es einmal pro Tag von Regensburg nach Kallmünz und zurück. Die Fahrt dauerte flussaufwärts knapp vier Stunden, zurück ging es etwas schneller. Gabriele Münter reiste im Sommer 1903 mit dem Boot an. Gisela Kleine schreibt in ihrer Biographie von Münter und Kandinsky: „ Am 19. Juli traf Ella (Gabriele Münter) mit Koffer und Malgepäck in Kallmünz ein. Kandinsky erwartete sie wohlgelaunt an der Anlegestelle des Regensburger Dampfers“.
Laßleben schrieb in seinem Kallmünz-Büchlein 1904: „Von der Linie Nürnberg –Regensburg führt nach Kallmünz vom Bahnhofe Beratzhausen eine ziemlich bergige Straße in 3 ½ Stunden, von der Station Laber eine etwas ebenere in 2 ½ Stunden, von der zu Etterzhausen die Nabtalstraße in 3 ½ Stunden. Von Etterzhausen aus kann sehr gut das Rad, manchmal auch das Motorboot, oder auch die Post, bis Pielenhofen Omnibus und von da ab Kariol benutzt werden.“ (S.44)
Anscheinend war das Geschäft nicht sehr lukrativ, 1904 wurde der Bootsverkehr nach Kallmünz wieder eingestellt. Der Postbus war dann doch schneller.
Hinter dem Haus verbirgt sich ein tiefer Keller, der als Bierlager genutzt wurde. Kühlschränke verbreiteten sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Weil der Keller zugemüllt wurde, hat der Besitzer ihn letzendlich zugemauert.
Von hier aus haben wir mit den Malern einen schönen Blick in das Naabtal.
Albert Stagura, "1935 Kalmünz", Pastellkreide, 48,5 x 64 cm

Albert Stagura, Schäfer auf dem Krachenhausener Weg, Öl auf Hartfaserplatte, 48,5 x 64 cm

Rudolph Robert Schraudolph, Weg nach Krachenhausen, Öl auf Leinwand, 58,5 x 77 cm
Ein stimmungsvoller Blick des Münchner Malers Robert Schraudolph (1887–1978) Richtung Krachenhausen: Der für seine naturverbundenen, ruhig-atmosphärischen Landschaftsbilder bekannte Schraudolph ist ausgebildet an der Kunstgewerbeschule und der Akademie der Bildenden Künste München. Er schuf zahlreiche Ansichten Süddeutschlands. Das Gemälde zeigt einen Uferweg an der Naab, gesäumt von kargen Bäumen und flankiert von Felsformationen – ein typisches Beispiel für seine präzise Naturbeobachtung und die poetische Ruhe seiner Landschaften.
Der große Felsen im Fluss ist auch ein wunderbarer Spielplatz. Vor allem bei den Kindern des nahegelegenen Miller-Kinderheimes war er sehr beliebt.
Foto Bergverein Kallmünz e.V., ca. 1960
Das ist jetzt eine gute Gelegenheit für einen Exkurs: Josef Georg Miller.
Wer noch Lust hat, kann eine Schleife über den Strobelberg gehen und die Aussicht auf Kallmünz genießen.
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Wir gehen weiter jetzt zurück über die Umgehungsbrücke zu unserem Ausgangspunkt und hören ein Liebelied auf Kallmünz
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