2. Dinauer Straße

Foto: Bergverein Kallmünz, Einbringen der Ernte mit dem Pferdefuhrwerk, 1939

Auf dem Leiterwagen wird die Ernte eingefahren. Das Leben auf dem Land, fernab von dem Trubel und Problemen der Großstädte interessierte die Maler. In Kallmünz konnten Sie das noch ungestört sehen und erleben. Die Gebäude im Hintergrund wurden abgerissen, heute steht dort das Raiffeisenlagerhaus.

Constantin Gerhardinger, Blick auf Kallmünz, 1924, Öl auf Leinwand, 81 x 106.5 cm

Hier steht Constantin Gerhardinger (1888 - 1970) mit seiner Staffelei in der Dinauer Straße und blickt Richtung Vilsbrücke, im Hintergrund sehen wir den Schlossberg mit der Burgruine, der mit kahlen Felsen zum Ort hin abfällt. Das Raiffeisengebäude gibt es noch nicht, als er das Bild malte. Der Herbst hat die Blätter der Palmié-Palme (rechts im Bild) schon verweht als der diese Ansicht im November 1924 auf die Leinwand bringt. Der Ort duckt sich am Fuße der Felsen, die von der Burgruine links oben überragt ist.

Eine fast identische Ansicht hat er 1934 noch einmal gemalt, er ist ein paar Meter näher an den Ort heran gegangen. Die Palmié-Pappel ragt schon über die Häuser und leuchtet mit herbstlich gelbem Laub. Der Holzstapel an der Dinauerstraße weist auf den bevorstehenden Winter und die Menschen auf dem Weg tragen bereits Winterkleidung.


Constantin Gerhardinger  Kallmünz dinauerstraße VilsbrückeConstantin Gerhardinger, Blick auf Kallmünz, ca. 1934, 60 x 80 cm

Wohl kaum ein Maler hat sich so um Kallmünz verdient gemacht, wie Constantin Gerhardinger. Seit 1920 bis 1969 kam er immer wieder in Kallmünz. Er hat das „kleine Nest“, wie er den Ort liebevoll nannte, nicht nur gemalt, sondern auch seine Studenten und Freunde immer wieder mit hierher gebracht und damit den Ruhm des Ortes als „Künstlerort“ in den 20er und 30er Jahren und auch nach dem Zweiten.Weltkrieg weiter verbreitet.

Auf unserem Weg treffen wir auch Künstlerfreunde von ihm. Hier an dieser Stelle malte auch Louis Wöhner das dieselbe Ansicht.

Die Bilder von Louis Wöhner (1888 - 1958) waren in München seit 1920 im Glaspalast zu sehen. Er war auch regelmäßig bei den Ausstellungen der Künstlergenossenschaft in München vertreten. In Kallmünz war Louis Wöhner wohl mehrere Male in den 1920er und 1930er Jahren. Genaue Informationen über seinen Aufenthalt hier fehlen. Louis Wöhner, Blick auf Kallmünz, Öl auf Leinwand 59 x 74 cm.

Wo jetzt das Autohaus Feldmeier steht, befand sich 1924 noch etwas zurück versetzt dieses Bauernhaus, das Grasser-Haus. Die Bilder sind immer auch historische Dokumente, die Geschichte festhalten.

Anton Lutz, altes Bauernhaus, 1924

Der in Österreich sehr bekannte und mit hohen Auszeichnungen versehene Maler Anton Lutz (1894 - 1992) war in den Jahren 1922-1924 in München Student bei Constantin Gerhardinger und Heinrich Knirr. In dieser Zeit war er mit seinem Mallehrer und Freund Constantin Gerhardinger auch öfter in Kallmünz. Weitere impressionistisch geprägte Ansichten von ihm, sehen wir auf unserem Rundweg.

Wir gehen erst einmal weiter über die Vilsbrücke, die 1903 noch aus Holz war. Charles Palmié hat die Vilsmühle 1901 gemalt. Im Hintergrund der Mühle ist das hellgrüne Gebäude der Roten Amsel zu sehen.
Charles Palmié: Vilsmühle, Öl auf Leinwand, 1901, 47,2 x 61,8 cm


Heinz Hindorf 1935, Heinz Hindorf, Aquarell, 20 x 25 cm (aus dem Skizzenbuch der Roten Amsel
)

Heinz Hindorf, Vilswehr, 1935, Aquarell

Heinz Hindorf (1909 - 1990) wirft einen Blick auf das Vilswehr. In zurückhaltender Farbigkeit und feiner Aquarelltechnik fängt Heinz Hindorf das ruhige Zusammenspiel von Wasser, Architektur und bewaldeter Hügellandschaft ein. Die Steinsäulen des Biergartens der Roten Amsel sind über dem Wehr deutlich zu erkennen.

Wir gehen weiter an den Informationstafeln vor der Hausnummer 40 vorbei, für Kurzsichtige. Sie sind leider nicht mehr aktuell. Die genannten Galerien gibt es nicht mehr, ob und wann das Strandcafé wieder öffnet, steht in den Sternen.

Wenn Sie Lust haben können Sie zurück gehen in die alte Dinauer Straße hinauf zum Weizenberg. Hier haben wir ein paar Ansichten aus Südwesten auf Kallmünz. Der Weizenberg ist heute bewaldet, so dass keine Aussicht auf Kallmünz mehr möglich ist.

Wir zeigen aber noch ein paar Ansichten auf Kallmünz von der alten Dinauer Straße aus auf die Burgruine und den Ort Kallmünz

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Nun, wir gehen weiter über die Vilsbrücke nach links zur

3. Roten Amsel, wo uns vom Fenster aus schon Gabriele Münter entgegenblickt. Kandinsky hat Augen nur für sie.

Wenn Sie mehr erfahren wollen über die Skulpturen, denen Sie auf dem Weg begegnen (z. B. am Aufgang der Vilsbrücke) finden Sie hier ausführliche Informationen: Skulpturenweg Kallmünz.

 

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