18. Zengerbrückerl
Foto: Bergverein Kallmünz e.V., ca. 1925
Blick auf die Baumann-Naab und das Pfeifferer-Haus. Der Leiterwagen in der Naab ist nicht verunglückt, er wird gewässert. Die hölzernen Räder quellen im Eisenring auf und bekommen dadurch ihre Stabilität. Der Leiterwagen wird wohl gerade von der Wagnerei hergerichtet, die sich im Rückgebäude des Weißen Rößl befand. Rechts im Bild sieht man noch das Zengerbrückerl.
Die kleine Brücke überspannt den Zengergraben („Zengerbrücke über den Zengergraben“) und gehört zum kleinen Ortsensemble. Ein Schild am Brückenaufgang erklärt heute die Funktionsweise der alten Brücke und den Eisenring, der dort an einem Felsen befestigt ist. Damit die Holzbrücke bei Hochwasser nicht weggeschwemmt wurde, hatte man sie an dem Eisenring mit einer Kette befestigt. An dem Gebäude links neben dem Zengerbrückerl befindet sich die älteste Hochwassermarkierung in Kallmünz vom 28. Februar 1784. Hochwasserprobleme gab es hier immer.
Viele Maler haben vom Malerwinkel aus den Blick auf dieses Kleinod geworfen.
Alois Hänisch, "Blick auf großes Gehöft", 1902, Farbkreide und Aquarell, 38 x 50 cm
Oskar Kasper, "Dorfstraße", Öl auf Malerplatte, 37,5 x 49 cm

Conrad Pfau, Zengerbrücke, 1926, Öl auf Malerpappe, 34,5 x 49 cm
Conrad Pfau war Schüler von Karl von Marr und dürfte über ihn auf Kallmünz aufmerksam geworden sein. Karl von Marr war im Februar 1901 mit Charles Palmié in Kallmünz.
Das hier oben gezeigte Bild (und rechts) wurde auf einer Auktion 2009 zum Verkauf angeboten. Es zeigt das Zengerbrückerl ca. 1926.
Die dunklen, erdigen Farben sind typisch für den Malstil von Conrad Pfau, der sich u.a. an Wilhelm Leibl orientierte.

August Herzog, Dorfbach, 1921, Öl auf Malerpappe, 49 x 68 cm

Franz Robert Curry, An der Naab, Öl auf Leinwand, 58 x 72 cm
Der Maler Franz Robert Curry (1878–1953) widmete sich bevorzugt atmosphärischen Ansichten kleiner Städte und ruhiger Flusslandschaften. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine fein abgestimmte, impressionistisch beeinflusste Farbpalette und ein besonderes Gespür für Lichtwirkungen aus. Curry hielt viele Motive der Oberpfalz und Frankens in zurückhaltender, poetischer Stimmung fest und gilt als ein sensibler Beobachter ländlicher Architektur und Natur.
Das Gemälde zeigt eine stille Flussszene an der Naab, in der sich herbstlich gefärbte Bäume und die umliegenden Häuser weich im Wasser spiegeln. Die locker gesetzten Pinselstriche erzeugen eine lebendige Oberfläche, während die gedämpften Farbtöne Ruhe und Beschaulichkeit vermitteln. Hinter dem Vorhang aus Laub treten Teile der historischen Bebauung hervor – ein Zusammenspiel von Natur und Architektur, das Curry mit subtiler Lichtführung meisterhaft einfängt.
Ludwig von Senger, Wäscherin an der Naab, ca. 1910, Öl auf Leinwand, 70 x 80 cm
Das Bild zeigt eine idyllische Baumann-Naab mit dem Pfeifferer Haus, dessen Fassaden sich im ruhigen Wasser spiegeln. Im Vordergrund steht eine Frau in blauer Kleidung, die am "Floderbankerl" ihre Wäsche spült – eine alltägliche Szene, die dennoch in poetischem Licht erscheint.
Das Licht der Nachmittagssonne spiegelt sich in den hellen Wänden der Häuser wider und erzeugt warme, goldene Reflexe auf der Wasseroberfläche. Die Komposition verbindet Realismus mit impressionistischen Licht- und Farbeffekten.
Im Rahmen der Städtebauförderung 2007/2008 wurde die Holzbrücke durch eine Betonkonstruktion ersetzt und wegen eines besseren Hochwasserabflusses angehoben Die Kontruktion ist jedoch zu steil ausgefallen, so dass tiefer liegende Autos "aufsitzen". Wegen des irreparablen Missgeschicks ist die Brücke nun für Autos gesperrt. Muss man wegen eines kleinen Fehlers gleich behaupten: "Schilda ist überall"?
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19. Malerwinkel
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