von Münter bis Miller
auf den Spuren der Maler in Kallmünz
Wassily Kandinsky: Gabriele Münter im Garten der Roten Amsel, 1903, Öl auf Leinwand 58,2 x 58,5 cm
"So was feines, vielseitiges, sympathisches findet man nicht leicht wieder.“
Wassily Kandinsky am 17. Mai 1903 an Gabriele Münter
Das heute bekannteste Bild aus Kallmünz findet man in allen Büchern und Ausstellungen über Wassily Kandinsky. Im Lenbachhaus in München kann man es bewundern: Im Sommer 1903 malt Wassily Kandinsky Ella (so nennt er Gabriele Münter) im Garten der Roten Amsel vor ihrer Staffelei. Die markanten Steinsäulen in der Bildmitte sind heute noch am Originalschauplatz zu sehen. Das Huhn ist schon weggelaufen.
Herzlich willkommen auf den Spuren der Maler in Kallmünz
Im Februar 1901 trug sich eine illustre Gruppe in die Gästeliste der Roten Amsel ein. Kunstprofessor Charles Palmié war auf Kallmünz aufmerksam geworden. Er hatte Postkarten gesehen und ein Brandversicherungsinspektor aus Amberg soll ihm von dem Ort vorgeschwärmt haben.
Mit seiner Familie, einigen Studentinnen der Damenakademie in München, wo er unterrichtete und weiteren Künstlern und Kunstprofessoren aus München und Berlin reiste er nach Kallmünz.
Es muss bitter kalt gewesen sein Ende Februar 1901. In der Woche zuvor herrschte eine markante Kältewelle in der Region um Regensburg mit minus 18 Grad. Die Zimmer im Gasthaus haben noch keine Zentralheizung,fließendes Wasser hatten sie ebenso wenig — geschweige denn warmes Wasser.“
Dennoch: Palmié war von dem Ort so angetan, dass er im gleichen Jahr wieder kam. Im Dezember 1901 stellte er bereits mehr als 60 Ölgemälde und einige Zeichnungen von Kallmünz in München aus. Kallmünz war in der Kunstwelt angekommen.
Seit Charles Palmié Kallmünz für sich entdeckte, hat der bezaubernde Ort eine beeindruckende Zahl weiterer Künstler inspiriert – über 300 Malerinnen und Maler haben wir bislang nachweisen können. Kein anderer Ort vergleichbarer Größe (2900 Einwohner heute) kann mit einer solchen Dichte an künstlerischen Spuren aufwarten. Dieses besondere Alleinstellungsmerkmal macht Kallmünz zu einem echten Geheimtipp für Kunstliebhaber.
Der Bergverein Kallmünz e.V. lädt Sie zusammen mit dem Kultureck ein, der Geschichte der Maler in Kallmünz nachzuspüren. Auf unserem Spaziergang durch Kallmünz sehen Sie viele Bilder, die die Künstler hier gemalt haben, auch alte Postkarten und Fotos, die einen Eindruck vom Leben der Menschen hier in Kallmünz geben.
Wir berichten Ihnen auch, warum die Künstler hierher gekommen sind und erzählen aus der Geschichte des Ortes. Wir treffen natürlich das berühmteste Liebespaar von Kallmünz: Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, aber auch viele Künstler, die heute oft nur noch Experten bekannt sind, obwohl sie zu Lebzeiten sehr bekannt waren.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß und interessante Einblicke und Ausblicke auf unserem Spaziergang durch das malerische Kallmünz.
Ihr Martin Mayer
Galerist und Vorsitzender des Bergvereins Kallmünz e.V.
Bevor Sie losgehen, können Sie sich einen Überblick über die Geschichte der Maler in Kallmünz verschaffen, von denen Sie Werke sehen werden.
1901 - 1919: Wie alles anfing
1919 - 1945: Artige und entartete Kunst
seit 1945 : Weitermachen & Neuanfang
Wir beginnen unseren Rundgang hier in der Gessendorfer Straße bei der
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Palmié Pappel
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